Die Katharer (The Cathars - les Cathares)

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 Hier am Fuße der Katharerburg Montsegur bestiegen am 16. März 1244 zweihundertfünfundzwanzig Männer, Frauen und Kinder der Katharerkirche den riesigen Scheiterhaufen der vom päpstlichen Kreuzfahrerheer errichtet wurde. Ihr Verbrechen: Sie glaubten, dass Christus das Fundament ihrer Kirche war und nicht der Papst. Heute erinnert hier ein Gedenkstein an ihren Feuertod.

 

Herzlich willkommen bei den Katharern.

Diese Seiten werden fortlaufend aktualisiert und mit aktuellen Ergebnissen der Katharerforschung ergänzt, damit Sie, verehrter Besucher, immer auf dem neuesten Wissensstand sind. Letztes Update: 20. August 2016

 

 Erreichbar sind wir rund um die Uhr für Sie:  le.cathare@teleos-web.de

Stimmige Bilder aus dem Katharerland mit passender Musik haben wir für Sie vor einiger Zeit auf youTube eingestellt:

www.youtube.com/watch?v=DvF5q2_DiT8

 

Am 16. März 1244 wurden hier über 200 Katharer, Männer, Frauen und Kinder lebendig auf einem riesigen Scheiterhaufen verbrannt.

Viele ihrer Namen gingen verloren zusammen mit ihren Leibern, aber einige sind uns überliefert...

https://www.youtube.com/watch?v=IFs-eK-G9aM#t=70

... In Memoriam...

...meine Schwestern und Brüder im Glauben...

 

Details über die Pfingsttour 2017 ins Katharerland finden Sie am Ende dieser Seite.  Der Termin: 08. Juni  – 14. Juni 2017. Anmeldung jederzeit unter: le.cathare@teleos-web.de

 

 

Sie werden viel Interessantes über die Katharer, ihren Ursprung und über ihr Wissen auf dieser Seite finden, etwas von dem Wissen, was Sie möglicherweise auf anderen Seiten  vergeblich suchten.

Lassen Sie uns jedoch nicht neue Begriffe zu den Begriffen hinzufügen, die wir von den Katharern haben, sondern nähern wir uns den Katharern selbst, nur so werden wir Wahrheit finden.

Katharer aktuell:

Wer sich heute, im Zeitalter der griffigen Schlagzeilen und medialen Oberflächlichkeiten ein Bild von der Lehre und dem Wirken der Katharer machen möchte, hat es schwer zur Wahrheit durchzudringen. Unzähliges ist in den vergangenen Jahrhunderten aus den unterschiedlichsten Richtungen über die Katharer gesagt und geschrieben worden und vieles ist dabei in Ihr Erscheinen in der Geschichte und in ihre Arbeit hineingeheimnist worden. Katharer so manche Auffassung waren Eingeweihte, die ein verborgenes Wissen über die Natur, die Geschöpfe und die höheren Welten besaßen, die über das kosmische Bewusstsein verfügten, eine geheimnisvolle Magie ausübten und sich mit noch geheimnisvolleren Symbolen umgaben. 

Seit etwa 1849, von Frankreich aus halb Europa überflutend, sind Berge von Büchern zu diesem Thema erschienen. Viele waren darauf berechnet, den geheimnissuchenden Leser zu unterhalten und seine Neugier zu befriedigen. Die Mehrzahl von ihnen war nicht besonders lehrreich, sie haben  auch nicht vermocht, viel Licht auf das komplexe Gebiet des Katharismus zu werfen. - Viele Autoren befassen sich sozusagen nur mit dem Leuchter. Die darin befindliche Kerze können sie nicht sehen, auch nicht ihr Licht, denn die Kerze stellt die Seele dar und ihr Licht ist der Geist.

 Dieses Licht, dem sich nur der Eingeweihte nähern kann, war immer der verborgene Quell aus dem die Weisen aller Zeiten schöpften. Das Licht scheint in die Finsternis die es weder begreifen, noch erklären kann. Es ist zugleich die Essenz des Erkenntnisweges, den die Katharer des 11. bis 14. Jahrhunderts beschritten, bevor sie mitsamt ihren urchristlichen Idealen von der römischen Papstkirche ausgelöscht wurden. Ihr aus verborgenen Quellen empfangenes Wissen um die einander durchdringenden zwei Naturordnungen - die göttliche und die irdische - ist jedoch lebendig geblieben und heute so aktuell wie je zuvor.

Es ist also an der Zeit, das überwuchernde Gestrüpp der Legenden und Erzählungen im fast undurchdringlichen Dschungel fantastischer Behauptungen zu roden. Es ist wirklich an der Zeit, die Katharer selbst zu Wort kommen zu lassen, sie aus den Massengräbern der Kirchengeschichte zu befreien und ihnen endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Ein wirklich grundlegend anderes Buch über die Katharer ist jetzt im Buchhandel. Titel: „Die Mysterien der Katharer“. Autor: Reiner Klein. ISBN-978-3-934291-51-5  Preis: 19,80 €. 3. Auflage! Seit 02. Mai 2016 im Handel überall wo es Bücher gibt, auch bei Amazon.de oder Verlag-Zeitenwende.de 

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„... das Licht scheint in die Finsternis, die Finsternis hat es jedoch nicht begriffen.“

(Ausgang der Grotte Bethlehem in Ussat-Les-Bains/Ariège)

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Das Land der Katharer:

Wo liegt eigentlich das vielbesprochene Land von Oc – das Land der Katharer?

Was ist es gewesen, was diesen Landstrich im Süden des heutigen Frankreich vom restlichen Europa auf so besondere Art unterschieden hat?

Denn es muss etwas Außergewöhnliches an diesem Land, seinen Menschen, seiner ursprünglichen Religiosität, seiner Toleranz und Kultur gewesen sein, etwas, was auch heute noch, fast achthundert Jahre später, so manch versteinerten Historiker sanft sprechen lässt: von diesem lichten Land, dieser Insel der Glückseligen inmitten eines sie umgebenden, in finsterster Bewusstseinsnacht verharrenden, durch Welt- und Kirchenmacht ausgeplünderten und paralysierten Resteuropa.

Dieses Land Occitanien ist in geistig-spiritueller Hinsicht schon immer ein besonders begnadetes Land gewesen, nicht erst, seit die Kirche der ‚Reinen’ durch ihr konsequent gelebtes Christentum – als wirkliche Nachfolger Christi – die konkurrierende Papstkirche auf den Rang einer zwar mit Pomp und Prunk behangenen, aber völlig dekadenten, ihrem Ende sich zubewegenden, sehr merkwürdigen Sekte verwies.

Während des tiefsten Mittelalters im übrigen Europa, blüht in Occitanien nicht nur der Handel, auch Literatur und Musik leben von neuen Impulsen. Geschriebenes und gesprochenes Wort, ja, sogar Lieder künden von der Freiheit der Menschen, die den Klauen einer ignoranten und gierigen Priesterschaft entronnen sind.

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Tour Magdala in Rennes-les-Chateau

 

In dieser ‚Neuen Welt’ bringen einfache Menschen die Botschaft von Liebe ein: Man nennt sie die Katharer, jene, die eine Katharsis erlebt, Reinheit und Vollkommenheit gefunden haben. Sie entledigen sich des Reichtums und der Ehe und führen ein einfaches Leben. In einer Zeit, in der im übrigen Europa der einzelne Mensch nichts zählt, predigen die Katharer einen individuellen Weg zu Gott. In einer Welt, die sich nach Freiheit und Reinheit sehnte, wurden sie mit offenen Armen empfangen.

Jedoch, das blühende Land der Katharer – es existiert nicht mehr, die mörderische Allianz von Papsttum und französischer Krone hat es ausgelöscht. Das freie und politisch autonome, kulturell hochstehende und religiös tolerante Occitanien ging Ende des 13. Jahrhunderts zusammen mit den Katharern unter. Dieses Land, das die Emanzipation der Frauen, Liberalität, Aufklärung und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz als Prinzip des Umgangs miteinander auf seine Fahnen geschrieben hatte, wurde samt seinen Idealen gnadenlos zerstört.

Heute stellt man sich die Frage: Ist außer zweisprachigen Orts- und Straßenschildern in Beziers, Roquefixade und anderswo sowie einigen katharischen Burgruinen etwas übrig geblieben? Gibt es außer Postkarten- und Andenkenkitsch etwas vom katharischen, occitanischen Geist, etwas, was die fast sieben Jahrhunderte währende Inquisition überdauert hat und noch heute im Bewusstsein der Menschen des Languedoc weiterlebt?

Wer einmal den Geist, der in dieser Landschaft, seinen Grotten, seinen Burgen und seinen Tälern wohnt, eingeatmet hat, der glaubt nicht, dass Occitanien und der Katharismus tot sind, denn es gibt etwas, nicht zuletzt in den Menschen des Languedoc selbst, das die gnadenlose Ausrottung durch Feuer und Schwert überdauert hat. Es ist die Erinnerung an das Beispiel, das die Reinen gaben, nämlich, dass es möglich ist, auf dieser Welt tolerant miteinander umzugehen, seinem individuellen Glauben zu huldigen und mutig und unerschrocken zu seinen Idealen zu stehen.

Die occitanischen Menschen waren die ersten, sagt auch der Poet der Pyrenäen, Maurice Magre, die unter der Korruption, dem Prunk und der Habgier des römischen Klerus litten; sie begriffen, das auf den katholischen Altären nur noch Scheinhandlungen vollzogen wurden und der Geist von Christus woanders zu finden sein müsse. Es fiel den Katharern leicht, diesen Menschen zu zeigen, dass sie ihn in sich selbst zu entdecken hatten, denn dieses Geheimnis, diese schlafende Wahrheit bewahrten die Menschen des Oc seit den druidischen Zeiten in ihren Herzen, die Katharer brauchten es nur zum Leben zu erwecken.

Eine immer gleiche Weisheit war unter den Menschen verbreitet und sagte ihnen dieselben Dinge: Die Seele ist unsterblich und sie muss durch zahllose Leben hindurchgehen, wenn sie den Zustand des Göttlichen wiederfinden will. In den Lehrreden Buddhas und Manis heißt es ebenso wie in den Evangelien, dass man ein einfaches Leben führen, Reichtum gering schätzen, Wünsche zurückweisen und sich um das Geistige bemühen müsse.

Diejenigen, die sich zu Gruppen zusammengeschlossen haben, um sich durch wechselseitige Begeisterung bei ihrer Befreiung zu unterstützen und die Unwissenden zu unterweisen, haben sich in vielen Punkten voneinander unterschieden. Wenn man jedoch die Gesetze der Zeit aufhebt, so wäre es möglich, die Mönche von Tibet, die Therapeuten vom Maori-See in der Nähe von Alexandria, die Essener von Mar-Saba beim Toten Meer, die Pythagoreer aus Sybaris, die Druiden Galliens und die Katharer des Montségur zusammenzubringen, und diese hätten sich sicherlich, trotz der unterschiedlichen Sprachen, ohne Schwierigkeiten verstanden. Vielleicht wären die Mitglieder dieser Versammlung, die unmöglich herbeizuführen ist, auf die gleiche Weise in ein Gewand aus weißem Linnen als Sinnbild für die Reinheit gekleidet. Zur Essenszeit würden sie alle um dieselben Nahrungsmittel bitten, die Hände in der gleichen Weise zusammenlegen und zum Gebet in sich selbst hineinblicken. Und zu der Stunde, wo die Sonne noch nicht aufgegangen ist, doch bald erscheinen wird, würden sie den gleichen Ritus begehen.

Diesen Ritus haben sie alle praktiziert, und seine Universalität ist ein Zeichen dafür, dass er von einzigartigem Wert sein muss. Gibt es noch Menschen“, so fragt Maurice Magre als Abschluss vorstehender Zitate, „die in unseren Tagen vor Sonnenaufgang, den Geist anrufen, der sich erhebt?  Und wenn es sie gibt -  wo sind sie dann?“

Die Katharer sind nicht vergessen, hier im Lande von Oc, denn ihre Grotten, Burgen und Wohnstätten, von denen noch immer eine geheimnisvolle Faszination ausgeht, werden von immer mehr Menschen besucht. Gewiss, es sind viele Neugierige darunter. Aber manchmal sieht man jemanden zu einem stillen Gebet niederknien, dort sitzt jemand im Schein der untergehenden Abendsonne in einem stillen Winkel und liest in einem Buch. Fast immer liegen frische Blumen  an den Stätten, wo sie verbrannt wurden, und vielfach stehen Katharerkreuze an den früheren Stätten ihres Wirkens. Den Vorüberschreitenden erinnern sie daran, dass von hier aus einst die Kinder des Lichts in die Welt gingen, um den Menschen die Botschaft der befreienden Liebe zu verkünden. Hier sind sie ermordet worden für ihren zutiefst christlichen Glauben.

 

Aber nach 700 Jahren wird der Lorbeer wieder ergrünen...

Im Lande von Oc hat eine neue Lichtkraft sich mit der alten verbunden, der Same des Lichtes keimt wieder auf dem vergossenen Blut der Märtyrer.

Der Katharismus – die lebendigste aller toten Religionen...“ (Radio France 3 im April 1962)

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Montsegur

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Lo Bouie:

Quan serey morto, reboun me

Al pus founs de la cava,

Metme los pes a la pared,

Lo cap jous la canelo.

Tots los romieus qua passaran

Prendran aigo senhado… 

Versprich mir, wenn ich gestorben bin,

mich in die tiefste Tiefe der Grotte zu tragen.

Lege mich, die Füße gegen den Felsen,

den Kopf unter einen Stalaktiten.

Alle Pilger die passieren,

sollen vom reinigenden Wasser nehmen...“

Der angeführte Text in occitanischer Sprache ist ein Auszug aus ‚Lo Bouie’, Gaston Phébus, Graf von Foix zugeschrieben. Das Lied erzählt vom Sterben der Joanna, dem Sterben der Katharer-Kirche. Die Katharer-Parfaits nannten ihre Gläubigen Johannes oder Johanna und benutzten die Vokale A E I O U, die nach jeder Strophe in ritueller Manier gesungen wurden und den Gläubigen die Ausrichtung auf kosmische und tellurische Kräfte erleichtern sollten, und um sich mit den Schwingungen höherer Ebenen zu verbinden.

Wir haben hier für Sie ein schönes Beispiel wie dieses Lied klingt: http://www.youtube.com/watch?v=HlGO9IRJeqg

 

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Im Inneren der Grotte des Eremiten im Montagne Sacré in Ussat-Les-Bains(Ariège)

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Photos und Gedanken…

 

 

Willkommen im Katharerland! Schloß der Esclarmonde de Foix in Foix/Ariège

 

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Willkommen in Ussat-Les-Bains(Ariège). Bild von 1986, die Häuser sind alle abgerissen. Blick aus dem Heiligen Berg zur Grotte von Lombrives gegenüber. (Bild oben)

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Die  Chapelle der Eglise in Ussat-Les-Bains;

 

 

Die Grotte Lombrives

„Tief ist die Stille im Berg,

still unser Wesen.

Der in uns einzog,

lässt still uns genesen.

Der in uns waltet,

wird unser Wesen.“

(Paul Bühler: ‚Brigide bei den Katharern’.)

 

Montag, der 17. September 2012 mittags gegen 14 Uhr.

Etwa 1200 Menschen verschiedener Nationalitäten, Frauen und Männer, gehen in lockerer Formation auf dem Randweg der Nationalstraße 20 durch Ussat-les-Bains. Nach etwa 15 Minuten lenken Sie Ihre Schritte zu dem steilen, schmalen Pfad, der zur naheliegenden Grotte von Lombrives führt. In 205 Metern Höhe über ihnen öffnet sich der dunkle, riesige Felsmund des Eingangs.

In Serpentinen schmiegt sich der asphaltierte Fußweg an den uralten Felsen, auf dem sie schweigend bergan schreiten. Von den üblichen Touristen, die sonst durch viel Geräusch und laute Gespräche auf sich aufmerksam machen, ist an diesem Nachmittag niemand zu sehen, denn die Grotte ist heute für Besichtigungen nicht geöffnet. Für die 1200 Menschen, die sich nach und nach vor der riesengroßen Öffnung, dem Entree in das Innere der ‚Kathedrale’ einfinden, gilt das jedoch nicht. Denn sie, und nur sie, dürfen heute dieses ewig alte ‚Heiligtum’ betreten. (Eine zweite Gruppe mit weiteren 1300 Personen kam gegen 16:00 Uhr). 

Als alle Teilnehmer dieser besonderen Führung Schals, Jacken und Pullover gegen die im Inneren der Grotte herrschende Kühle übergestreift haben, beginnt der Zug sich schweigend in Bewegung zu setzen, sich über feuchte und glatte Wege in die geheimnisvollen Tiefen des Inneren vorzutasten. Ein hallenartiger Gang von etwa drei Meter Höhe und zwanzig Meter Breite wird rasch niedriger und enger. .

Nach ca. eintausend Metern mühevollen Weges wird es zunehmend dunkler. Hier am Ende des langen, weitverzweigten Ganges versperrt eine Türe die weitere Sicht nach vorn. Nach einigen Minuten des Wartens haben die letzten Nachzügler aufgeschlossen. Niemand spricht, stellt neugierige Fragen, die innere Einstimmung der Besucher auf das, was sie erwartet ist offensichtlich.

Die enge Türe wird geöffnet. Einzeln treten sie ein – aus der Dunkelheit ins Licht, denn ein Kranz von Glühlampen in etwa 25 Meter Höhe lässt den 108 Meter hohen Saal der „Katharer-Kathedrale“ erkennen. In der Tat, ein einzigartiger und überwältigender Anblick. Die Wände aus weißem Kalkstein sind überall durchsetzt von braunem Marmor, kleinen Adern von Bergkristall und sind übersät von glitzernden Wassertröpfchen, die unaufhörlich von Wänden und Decken tropfen.

Hier“, so wird den Anwesenden mitgeteilt, „war nach dem Fall von Montségur, 1244, der Sitz des Katharerbischofs Amiel-Aicard. Noch etwa 80 Jahre lang wurden hier die Gottesdienste der Reinen abgehalten. Der starke Zuspruch, den sie fanden, veranlasste die katholische Kirche im Jahre 1328 die Höhleneingänge zuzumauern, so dass 510 Katharer hier ihr Ende gefunden haben...“

Es ist still, sehr still. Nur die aufplatschenden Wassertropfen hallen in das Schweigen.

Ohne Übergang verlischt das Licht.

Eine pechschwarze, jedoch sanfte Dunkelheit umfasst sie alle. Es ist schwer, dieses Phänomen in Worte zu fassen, es begreifbar zu machen, dass man, je mehr man von der Vielgestaltigkeit dieser Erdenwelt entrückt ist, um so stärker die Einheit des Reiches der Wahrheit und der Liebe ahnt, ja fast fühlt: eine nachtschwarze Finsternis, doch eine Vibration urewigen, unsichtbaren Lichtes, ein Atem aus einer anderen Welt, zugleich der Schmerz und die Sehnsucht des gefallenen Menschen: „O Licht der Lichter – berühre uns!“

Wie ein Lichtblitz Schwärze durchbricht, dringt der plötzlich einsetzende, klagende Ton einer Oboe in die Stille. Der Tod der „Katharer-Joanna“, der Tod der Katharer-Kirche heißt diese, die Seele aufwühlende Melodie. Eine Frau aus den Niederlanden spielt sie, auf einem etwas erhöhten Stein in einer Ecke stehend. Traurig anklagend, jedoch Liebe in ihrem höchsten Aspekt verströmend – nicht als Eigenschaft, sondern als Zustand beschreibend, Verzweiflung und Hoffnung aussprechend, bringt die zarte, aber klare Sprache des Liedes das Innerste der über 1200 hier Versammelten zum Beben. Niemand schämt sich seines Schluchzens und der Tränen. Jeder weiß, warum er weint, denn alle, die hier in dieser schwärzesten Finsternis sitzen oder stehen, sind Berührte. Berührte? (wird fortgesetzt)

 

 

Die Grotte Bethlehem

 

 

 

Ich bin das Heute.

Ich bin das Gestern.

Ich bin das Morgen.

Mein Strahlen erleuchtet jedes wiederauferweckte Wesen

das, während es das Totenreich durchschreitet,

durch ununterbrochene Transformation

mühsam seinen Weg quer durch die Gebiete der Finsternis sucht.

 

(Ägyptisches Totenbuch, Kapitel 64)

 

 

Der Prozess der Umwandlung der irdischen Persönlichkeit – vom dialektischen Menschen, hin zum ursprünglichen, göttlichen Menschen – wurde in den Mysterienschulen mit unterschiedlichen Ausdrücken und Symbolen umschrieben. Bei den Katharern wurde dieser Prozess als der Weg zum Heiligen Gral und als der Weg zu den Sternen beschrieben. In den ägyptischen Mysterien wurde dieser Weg der Rückkehr, den der verlorene Sohn und die verlorene Tochter einschlagen müssen, um ins göttliche Vater-Mutter-Haus zu gelangen, als der Weg „vom grünen Osiris zum schwarzen Osiris“ angedeutet. Das Zustandebringen der Lichtseele – das Endziel allen menschlichen Lebens – wird als der schwarze Osiris bezeichnet. Der grüne Osiris ist der ernsthafte Kandidat, der bewusst den Weg der Rückkehr geht. Er muss dann vor dem „Tribunal der Osiris“ erscheinen, das heißt, er muss durch eine veränderte Lebenshaltung beweisen, dass er bereit ist, seine innerliche Einweihung fortzusetzen „und sich zum schwarzen Osiris zu erheben, der das Aufgehen der Lichtseele im Vater ist“.

 

Diesen dreifachen Weg der ägyptischen Mysterien, bezeichneten die Katharer als Formation – Reformation – Transformation.

 

Noch heute gibt es im Grottenkomplex von Ussat/Ornolac drei kleine Grotten, die diesen alten Mysterienweg symbolisieren: Kephèr (Keplèr), Més-Naut und Ka. Hier wurden auch zwei kleine schwarze ägyptische Statuetten gefunden, die sogenannten Osiris-Statuen. Eine befindet sich heute im Besitz von schweizerischen Anthroposophen, die andere wird privat in den Niederlanden aufbewahrt.

 

Die Geisttaufe der Katharer, das Consolamentum ist wohl deren meistbesprochenes Sakrament. Dieses Ritual der Initiation, nahm den Kandidaten in die Gemeinschaft der ‚Vollkommenen’, der Parfaits auf. 

Dreifach hatte dieser zuvor während seines langen und beschwerlichen Einweihungsweges bewiesen, dass er rein geworden war: rein im Denken und Wollen, rein im Fühlen und rein in seinem Handeln. Nicht das Consolamentum machte ihn rein, wie oft beschrieben wurde, erst seine neue Lebenshaltung, die er zuvor während vier langer Jahre hatte entwickeln müssen, machte ihn bereit und geeignet zum Empfangen der Geist- und Feuertaufe. Erst hier am Ende dieses an Arbeit, Fasten und Entbehrungen reichen Weges, war seine Ich-Seele soweit untergegangen und die zarte Pflanze einer neuen Geist-Seele in ihm entstanden, dass er befähigt war, die Gnadengaben des Heiligen Geistes zu empfangen. Der Kandidat selbst hatte den Heiligen Gral in sich wieder erstrahlen lassen. 

Aber das Consolamentum war nur eine, wenn auch sehr wichtige Stufe für den Parfait auf dem „Weg zu den Sternen“, denn der Prozess des Werdens und Wiedererrichtens des neuen und doch so alten Menschen hatte sieben Stufen, sieben Einweihungen, sieben Ansichten. Dennoch streiten die Gelehrten darüber, ob es außer der Geisttaufe noch andere Sakramente gab; ob eventuell die Ordination und die Übergabe des „Vater Unser“ dazugerechnet werden müssen oder nicht...Ein müßiger Streit – ein Beschäftigen mit dem Leuchter – denn dieses Feilschen um sakrosankte Buchstabengewissheit macht blind für das Licht, blind für das, was man als die Essenz all dieser Rituale, Sakramente und Einweihungen bezeichnen könnte. 

Der überlieferte Text des Consolamentum-Sakramentes ist von Cunitz, 1852, erstmals publiziert worden. Im Folgenden wird diesem Text natürlich Raum gegeben; zum Verständnis desselben muss jedoch beachtet werden, dass Worte bei einer Einweihung nur Vibrationsschlüssel sind. Was dieser Schwingung nicht entspricht, z.B. ein Mensch, der nur intellektuell wissen will, wird den Text nicht sonderlich aufregend finden. Da wir nur von diesem Sakrament den Originaltext besitzen, bedeutet das aber nicht, es habe bei den Katharern nur dieses Sakrament gegeben, denn wenn man diese Folgerung daraus ableitet, unterstellt man den Katharern, dass sie ein ureigenes, wenn auch christliches Lehrgebäude errichtet haben. Es ist aber unbestritten, dass diese Ketzer gnostische Christen waren. Die gnostischen Mysterienschulen aller Zeiten haben jedoch immer einen siebenfachen Weg gewiesen, einen Weg der den irdischen Menschen befähigt, durch Umwandlung der Ich-Persönlichkeit wieder das ursprüngliche Geist-Seelen-Wesen zu werden, das er von Anbeginn gewesen ist. Dieser prozessmäßige Weg hatte immer sieben Stufen; das war so in den Schulen des chinesischen Weisen Lao Tse, in denen des Zoroaster, in den Mysterien des Hermes Tresmegistos, bei den urchristlichen Gnostikern, bei den Manichäern, Bogomilen, Katharern und bei allen echten Mysterienschulen in den darauffolgenden Jahrhunderten bis zum heutigen Tag. (wird fortgesetzt)

 

 

 

Der Altarstein und das Pentagramm in der Grotte Bethlehem in Ussat-Les-Bains im Montagne Sacré

 

 

Die Burg Puivert/Aude. Hier entstand das Minnesängerwesen unter Esclarmonde de Foix(unten)

 

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Im Inneren der Grotte Eremit im Montagne Sacré

 

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Sonnenspiel über dem Monument Galaad in Ussat-Les-Bains

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Am alten Badehaus in Ussat-Les-Bains

 

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Der Dreibund des Lichts’ – Bild aus dem (ehemaligen) Museum in Tarascon-sur-Ariège gemalt von Johfra

 

Die Religion der Katharer

 

Es ist historisch unstrittig, dass bei der katharischen Liturgie des Consolamentum die ersten siebzehn Verse des Johannes-Evangeliums verlesen wurden.

Es ist gerade der Anfang dieses Evangeliums, der der katholischen Kirche die polemische Munition lieferte, um das vermeintlich Absurde des katharischen Glaubens anprangern zu können.

Es gibt zwei Lesarten des 3. Verses im ersten Kapitel, je nachdem, welcher Übersetzung man den Vorzug gibt. Die eine lautet: „Alle Dinge sind durch dasselbe (das WORT) gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist“, die andere: „von ihm (Gott) wurde alles gemacht, und ohne ihn wurde nichts gemacht.“

Es wird mit diesem Satz, so die katholischen Bibelexperten, klar ausgesagt, dass Gott alles gemacht hat, also die sichtbare Materie und das Unsichtbare, denn sagt dieser Satz nicht eindeutig, das ohne Gottes Wort nichts erschaffen wurde? Eine klare Absage nach Ansicht der päpstlichen Schriftgelehrten an den Dualismus, an die Theologie der zwei Prinzipien der Ketzergläubigen.

Aber, so der Einwand der Katharer, es sei undenkbar, dass ein einziges Wesen sowohl das unverdorbene Reich, in dem es keinen Raum für das Böse gibt, als auch die vergängliche Welt, in der sich das Böse manifestiert, erschaffen konnte. Es muss also zwei verschiedene und gegensätzliche Schöpfungsprinzipien geben. Als weiteres Argument führten sie das Matthäus-Evangelium an: ‚Ein schlechter Baum trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter keine guten.’

Den guten Gott suchten sie in dieser Welt des Elends und Übels vergebens, so waren sie der Überzeugung, dass diese Welt einem minderrangigen Prinzip entstammt: von Jehova, dem ‚Gott’ der Juden.

Sie benutzten des Weiteren das bei Aristoteles entlehnte Argument der reinen, formalen Logik, um ihren Standpunkt zu untermauern: ‚Die Prinzipien der Gegensätze sind Gegensätze. Das Böse und das Gute sind Gegensätze. Sie sind also gegensätzliche Prinzipien.’

Ein drittes Argument ergibt sich ihrer Ansicht nach aus dem zitierten 3. Vers des 1. Kapitels des Johannesevangeliums selbst. ‚Per ipsum omnia facta sunt, et sine ipso nihil factum est.’ – Die Katharer übersetzten: ‚Ohne ihn wurde das Nichts gemacht.’ – Das bedeutet natürlich, die sichtbare Welt, eine Interpretation, die immer noch viel Polemik hervorruft, nämlich die Frage, ob das lateinische ‚nihil’ ein Adverb der Negation auch ein Substantiv sein kann. Nein behaupten die katholischen Gelehrten. Doch, entgegneten die Katharer, die dafür aus dem Neuen Testament viel Beispiele anführten, z.B. den Satz des Paulus: ‚Ohne die Liebe bin ich Nichts’, das heißt, wenn ich nicht die Liebe zum Nächsten, diesem Teilchen göttlicher Weisheit, in mir habe, bin ich nichts als ein nichtiger Körper aus Fleisch und Blut, der nur dieser Welt angehört und folglich Nichts ist. – Für die amtskirchlichen Exoteriker war Paulus’ Satz nur eine simple, moralische Übung, mehr nicht.

Diese Weltschöpfung ist nach katharischer Lehre also kein Hervorbringen einer Sache aus Nichts, wie man gewöhnlich das Nichts versteht. Die Materie ist das, was als Nichts bezeichnet wurde. Wenn es also heißt: der Gott dieser Welt oder Demiurg schöpfe oder mache etwas aus Nichts, so bedeutet das, er schöpfe oder mache etwas aus Materie.

Einen ähnlichen Stellenwert wie das Johannes-Evangelium hatten auch die Paulus-Briefe, einige Psalmen des Alten Testamentes und einige der alten Propheten. Als Ganzes lehnten die Katharer jedoch das Alte Testament zum einen als jüdisches Geschichtsbuch und der darin enthaltenen Manifestation des jüdischen Rassegottes Jahwe (Jehova) strikt ab, und zum anderen, weil dem Alten Testament die Basis der urschriftlichen Dokumente fehlen. Sie lehnten ab, das Alte Testament als ‚Wort Gottes’ anzuerkennen oder ihm gar den Charakter einer ‚Heiligen Schrift’ anzuerkennen. Die Ablehnung des Alten Testamentes zog jedoch immer schon die unnachsichtige Verfolgung der römischen Staatskirche nach sich; noch im Jahre 1907 wurde jede Bibelkritik päpstlicherseits mit der Exkommunikation bedroht.

(wird fortgesetzt)

 

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Die Vase der Zeremonien’ mit dem Hämatiten aus der Grotte Bethlehem

 

Die Katharer und der Heilige Gral

Eine bestimmte Art von erhabener Wahrheit kann an allen Straßenecken auf Plakaten angeschlagen werden, ohne eine Wandlung in der seligen Begrenzung der Vorübergehenden herbeizuführen.“  (Maurice Magre)                                                                   

 

Warum eigentlich auf einer Webseite die den Katharern gewidmet ist, ein Kapitel über den Hl- Gral?

Alle gnostischen Gemeinschaften wie die Katharer hatten sieben Ansichten. Eine Stufe auf dem „Weg zu den Sternen“ war – so sagt man – die fünfte Ansicht: die Gralsgemeinschaft. Der Heilige Gral ist der geheimnisvolle, oft zitierte und genauso oft unverstandene wirkliche Schatz der Katharer. Durch ihn  wurde (und wird) der Weg zur Wiedergeburt von Geist, Seele und Körper erschlossen.

Man kann dem Gral eine Vielzahl von analogen Bedeutungen zuerkennen, in Übereinstimmung mit den unterschiedlichen Ebenen der Wirklichkeit, von denen aus man ihn betrachten kann. Es geht in allen Fällen um das immerwährende Mysterium der göttlichen Allgegenwart. Die Wirklichkeit des Grals verbirgt sich hinter dem Äußeren der Wahrnehmbarkeit.

Der Gral ist ein geistiger Schatz und absolut nicht an die Zeit gebunden. Und doch manifestiert er sich im Zeitlichen. Es wird gesagt, dass der Gral ein Stein sei. Auch sagt man, er sei ein Becher. Aber es gibt diese Schale des Grals nicht, genauso wenig wie den Gralsstein.

Der Gral lässt sich in eindeutigen Worten nicht beschreiben, und doch war er zu Zeiten der Katharer eine lebendige Wirklichkeit, genauso wie dies heute immer noch der Fall ist, das heißt, dass der Gral eine Leben-schenkende, schaffende Kraft geblieben ist, die aber nicht aus dieser Welt zu erklären ist.

Man möchte also mit Richard Wagners reinem Toren Parsifal fragen: „Wer ist der Gral?“ und wünscht sich eine konkrete Aussage dazu. Die Antwort jedoch, die der weise Gralsdiener Gurnemanz gibt, befriedigt die Neugier nicht: „Bist Du selbst zu ihm erkoren, bleibt Dir die Kunde unverloren.“

Heißt das, man muss tatsächlich erst vom Gral ausersehen – berufen – werden, um zu wissen, wer er ist?

Wir sagten, der stoffliche Gral ist nur ein Symbol für etwas unstofflich Göttliches. Das haben diese eingeweihten Priester und Priesterinnen der Katharer zweifelsohne gewusst. So spielten denn auch die äußerlichen Dinge bei ihrer „Gralsverehrung“ nur eine untergeordnete Rolle. Sie besaßen allerdings ein äußerliches Gralssymbol, wenn man es denn so benennen möchte. Dies war ein besonderer Stein, der in einer Steinvase ruhte. In der katharischen Einweihungsgrotte Bethlehem in Ussat-les-Bains/Ariège sieht man links vom Eingang eine viereckige Aussparung in der Wand, in der, verborgen hinter einem Leinenvorhang, dieser „Gral“ stand, der eine zentrale Rolle in dem Einweihungsgeschehen spielte; ein Foto sehen Sie oben. – Ein einfacher Himmelsstein ist ein gewöhnlicher siderischer Stein oder Meteorstein. Dieser „Lapis ex Coelis“ (Stein aus dem Himmel) in der Steinvase ist jedoch ein ophitischer Stein, also ein Stein mit einer ungewöhnlichen Kristallisation von Kräften, auf die hier nicht näher eingegangen werden muss. Er ist in seinen Ausmaßen etwas kleiner als ein Kinderfußball, hat aber ein enormes Gewicht, konträr zu seiner Größe. Zusammen mit der Gralsvase aus Stein stand dieser Schatz aus alter Zeit bis zum 31. Dezember 1995 im Museum Salle Gadal in Tarascon-sur-Ariège und wird seither privat aufbewahrt.

Ist das nun der Gral, nach dem alle suchen? Nein, gewiss nicht. Der Gral ist, wir wiederholen es, kein materieller Gegenstand, den man physisch finden kann. Er ist ein Symbol dafür, das es möglich ist, einen Hauch des Göttlichen in uns aufzunehmen. Denn ist der Mensch selbst nicht auch ein Gefäß, in das sich das Blut des Erlösers einsenken kann? Die Schale ist nur Symbol für göttliche Erleuchtung, denn die eigentliche Gralssuche ist die Suche in uns selbst...

Symbole wie der Gral übertragen Weisheit und Wissen an eine Menschengruppe, die in ihrer Entwicklungsstufe für dieses Gedankengut reif und empfänglich geworden ist, denn der Gral ist keine Wirklichkeit, sondern eine Wahrheit. Die Mitglieder des „fünften Arbeitsfeldes“ empfingen also durch den Gral jede Möglichkeit und Gelegenheit, um bewusst die Reise der Vollendung zu beginnen und durchzusetzen über das „sechste Arbeitsfeld“ – die sechste Einweihung: das neue astrale Feld, in das „siebente Arbeitsfeld“ – die siebente Einweihung: das Auferstehungsfeld der unsterblichen Seelen.

Stellen wir fest: Der Gral ist Kelch Christi und Stein der Weisen zugleich. Er ist der Christus und der Eckstein der Katharer und deren Nachfolger als Erkennende, den Alchemisten. Er ist der „Stein von den Himmeln“, auf dem der neue Mensch erschaffen wird, versinnbildlicht in der berühmten alchymischen Formel: V.i.t.r.i.o.l., d.h. Visita interiorem terrae rectificando invenies occultum lapidem = Sieh das Innere der Erde, durch Läuterung wirst Du den verborgenen Stein finden.

Darum kam der Gral zur Menschheit, um in seiner göttlichen Kraft das Ungewöhnliche zu vollbringen – wenn es gewünscht wird. Nicht das Ich kann und wird das Endura vollbringen, sondern die Kräfte des Heiligen Gral, oder anders gesagt: der Christus in uns!

 

 

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Biographische Information:

Name: Reiner Klein, Mitte 60, arbeitete bis 1997 freiberuflich als Designer (Reiner Pipe Art Design).

 

Die erste Berührung zum Themenkomplex fand 1986 im Languedoc statt, der Heimat der Katharer. Seitdem reist der Autor dieser Seite regelmäßig zu ausgedehnten Studienaufenthalten nach Südfrankreich.

 

Auf Basis umfassender Literaturkenntnis zur Geschichte der Katharer und der engen Zusammenarbeit mit dem befreundeten Direktor des Museums von Tarascon-sur-Ariège - durch den immer wieder Einblick in wichtige unter Verschluss gehaltene Originaldokumente genommen werden konnte - , sowie durch langjährige gute Kontakte zum Leiter der größten gnostischen Quellensammlung der Welt (der Bibliotheca Philosophica Hermetica in Amsterdam) konnte im Zeitraum von etwa 13 Jahren das unten besprochene Buch entstehen.

 

Zurzeit arbeitet der Autor an einem zweiten Band über die lebendige Welt der Katharer mit dem Arbeitstitel: ‚Das Feuer von Montsègur.

Buchbesprechung des ersten Bandes:

„Die Mysterien der Katharer“

„Wie alte Fresken – zugedeckt von der Fülle der Literatur über die Hüter des Grals in Occitanien – legt der Autor die Schicksalslinien der katharischen Parfaits und ihrer Schützlinge frei. Lebendige Betroffenheit, Auflehnung gegen die Mächte der Welt, eigene Verwandlung schließlich – das sind die Begleiter auf dem Weg jahrelanger Recherche des Autors und seiner Weggefährten.

Wie war es denn wirklich? Wie muss man schauen, um zu begreifen? Welche Saiten in uns selbst kommen ins Mitklingen angesichts dieser unglaublichen Schlacht zwischen Licht und Finsternis? So wie der Autor erhält auch der Leser schließlich unmittelbaren Anteil am Geschehen, unauflöslich verwoben mit den Schicksalskräften und Grundfragen allen Seins.

Die Ereignisse verlagern sich insgeheim nach innen, aus dem geschichtlichen Gemälde außen wird innere Wirklichkeit, man erkennt die ewige Inquisition, wie sie tief im Menschen selbst wütet, all sein Denken und Handeln durchzieht und ihn an etwas hindern will, das schließlich seine Bestimmung sein könnte.

Aber wir erleben auch, wie der Ausweg nicht im Kampf zu finden ist und dass die Freiheit zur Verwandlung näher ist als Hände und Füße, um mit dem alten Wort zu sprechen. Die Mysterien der Katharer. Ein Gegenwartsbuch!“ (G.Gmelin

 

Das Buch hat 280 Seiten, viele Fotos, A5-Format, Broschur., sowie ausführliche Literatur- und Quellenverzeichnisse. Preis: 19,80 € (D) / 20,40 € (A) / 34,80 SFR. 3.Auflage Mai 2016

Bestellungen können Sie richten an; www.verlag-zeitenwende.de

 

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 Tür in der alten Kapelle von Arnave/Ariège, Vorlage für unseren Buchtitel „Die Mysterien der Katharer“

 

 

 

 

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                     (c)Copyright aller Fotos/Texte: by Reiner Klein 2000 - 2016  

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Montsegur und der Gedenkstein für die hier verbrannten 225 Katharer am 16. März 1244

 

Die Katharer und die Gnosis

Die Katharer waren keine Sekte, sondern eine große, europäische religiöse Bewegung, die ihren Ursprung in der urchristlichen Kirche der Apostel Johannes und Paulus sah. Die Katharer waren Gnostiker – keine Gläubigen! Ein Gnostiker ist jemand, der Erkenntnis empfangen hat: Erkenntnis über sich selbst, Erkenntnis des Alls und Erkenntnis des in allem sich offenbarenden Gottes – des ewigen, unerschaffenen Lichtes.

Der ‚Glaube’ der Katharer war ein Herzensglaube, ein inneres Wissen, dabei konkret und logisch, kein Glaube an Autoritäten-Verlautbarungen, dessen Wesen immer etwas von blindem Leitbildgehorsam anhaftet. Stellen wir die Frage: Wie wurden die Katharer Wissende?

Die irdische Welt, so heißt es in den gnostischen Schöpfungsberichten, ist nicht das Werk des höchsten wahren Gottes. Sie sei vielmehr die Schöpfung eines untergeordneten, gefallenen Wesens. Dieses Wesen bezeichnen die Gnostiker als den Weltschöpfer (griech: Demiurg) und denken dabei an den jüdischen Schöpfergott, Jahwe. Aber sie sagen, dieser sei nicht identisch mit dem unerzeugten Gott, der Geist ist und nur geistige Wesen ‚zeugt’(siehe 1.Mos. 1,2-3). Die ganze irdische Schöpfung und ihre Wesen, die er ins Leben gerufen habe, befänden sich in einer Welt der Unwissenheit und der Finsternis. Den wahren, ursprünglichen Gott kennen die Menschen infolge ihres gefallenen Zustandes nicht.

Dieser wahre Gott wird von den Katharern mit vielen Eigenschaftswörtern umschrieben, die alle auszudrücken versuchen, was das Göttliche nicht ist, denn irdische Vorstellungen und Maßstäbe sind ihm nicht angemessen. Sie sprechen vom unvorstellbaren, unaussprechlichen, unbegreiflichen, unvergänglichen, ungezeugten, zeitlosen und unsichtbaren Gott des Lichtes und der Liebe.

Es ist also offensichtlich, dass die Gottesauffassung der Katharer im Gegensatz zu den römisch-katholischen Konzeptionen von einem „Weltgott“ steht. Denn, wenn der Gnostiker das Licht, den Erlösergott, erfahren hat, dann erkennt  er auch den finsteren „Schöpfergott“ Jahwe. Er erkennt jetzt die Welt als dessen Werkzeug. Dabei ist die Erkenntnis(Gnosis) des wahren Gottes kein theoretisches Wissen. Sie ist vielmehr die Kraft, die die Möglichkeit schenkt, zum Ursprung zurückzukehren. Der Gnostiker erlebt sich auf diesem Weg als Doppelwesen. Er ist einerseits ein Kind des irdischen Schöpfers, andererseits trägt er den Keim zu einem himmlischen Menschen in sich. Diese Erfahrung – also keine metaphysische Spekulation, wie so gerne behauptet wird – begründet das gnostische Weltbild vom Wirken zweier entgegengesetzter Ordnungsprinzipien, dem Prinzip des Ewigen und des Vergänglichen, dem Prinzip von Gut und Böse, dem Prinzip eines dogmatischen und dem Prinzip eines kosmischen Christentums. Im römischen Christentum spricht der Papst als „Stellvertreter Christi“ auf Erden, im kosmischen Christentum spricht der Christus selbst als der Offenbarer zu dem, der ihn hören will. ..

 

(wird fortgesetzt)

 

 

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Das Tal der Ariège vom Ausgang der Grotte Bethlehem in Ussat-Ornolac

 

 Die Nahrung der Reinen

 

“Solange der Mensch Tiere schlachtet, werden die Menschen auch einander töten. Wer Mord und Schmerz sät, kann nicht erwarten, Liebe und Freude zu ernten.“ (Pythagoras)

 

Die Katharer ernährten sich fleischlos. Sie vermieden bei ihren Mahlzeiten alle Produkte von toten Tieren. Sie waren also Vegetarier. Denn ihr Weg – die Wiedererschaffung des ursprünglichen, göttlichen Menschen, des neuen Geist-Seelen-Wesens – durch Gebet, Dienst, Arbeit und daraus resultierender Gotteserkenntnis, stellte gewisse Ernährungsanforderungen an den einzelnen, weil sie unerläßlich waren, sozusagen die Mindestvoraussetzung:

„Diese Forderung wurde nicht erhoben wegen der enormen geistigen Bedeutung, die in solch einer Ernährungsform liegen könnte, sondern weil sie für die Parfaits und die Kandidaten auf dem Weg zum Licht selbstverständlich, nüchtern und nicht ungewöhnlich war. – Wenn sie über eine so selbstverständliche Forderung straucheln würden, wenn sie hier schon widerstreben sollten, dann wäre ein weiteres Streben nach dem Prozeß der Wiedergeburt nur schöner Schein und Illusion.“ (zitiert nach J.v.R.)

Die Gnostiker aller Zeiten und mit ihnen die Katharer hatten immer verinnerlicht, daß man den naturgeborenen Körper als dienendes Werkzeug für den Pfad brauchbar erhalten sollte und daher von den Nahrungsmitteln dieser Natur immer das geringste Übel wählte. Aus der Lehre Buddhas, die ihnen bekannt war, wussten sie, daß der Genuss tierischen Fleisches Karma schafft. Daher war das Fortlassen tierischen Fleisches und Blutes für jene, die den gnostischen Pfad gingen, selbstverständlich.

Sie wussten auch, daß ein Tier, das zur Schlachtbank geführt wird, alle Schrecken der vergewaltigten Kreatur erleidet. Angst, Rache und Widerstand seines Geistes drücken sich in ihm aus und treiben alle damit übereinstimmenden Kräfte bis in jede Zelle des Fleisches und bis in jeden Tropfen des Blutes. Von diesen Kräften ernährt sich der Mensch, hält er das Gewebe und die Zellen seines Körpers instand, der doch einmal ein „Tempel des Geistes“ war und wundert sich, daß er krank wird. 

Das ganze frühe Christentum übte denn auch strenge Fleischenthaltung. Besonders die Heiligen der Zeit und die großen katholischen Kirchenväter vermieden konsequent tierische Nahrung. Viele von ihnen schrieben eindringlich in gelehrten Abhandlungen gegen das Essen von toten Tieren, so zum Beispiel der Heilige Hieronymus (geb. 331 n. Chr.): „... seit der Sündflut aber gibt man uns die Nerven und den stinkenden Saft des Fleisches unter die Zähne, gleichwie man dem murrenden Volke in der Wüste Wachteln vorwarf. Jesus Christus...hat das Ende auf den Anfang zurückgeführt, so daß es uns heute nicht mehr gestattet ist, eine Frau zu verstoßen, noch Fleisch zu essen.“

Und Kirchenvater Basilius der Große nahm schon vor fast 1700 Jahren die Erkenntnisse der modernen Erforschung der Zivilisations- und Ernährungskrankheiten vorweg, als er feststellte: „Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht...die Dünste der Fleischspeisen verdunkeln das Licht des Geistes. Mit welcher Art von Fleischspeisen auch der Magen gefüllt werde, so werden immer unreine Bewegungen erzeugt, die Seele wird gleichsam unter der Last der Speise erstickt, verliert die Herrschaft über den Körper und die Fähigkeit zum Denken...wenn du Fleisch liebst und deinen Körper mästest, so machst du deinen Geist schwerfällig, das Fett, welches sich dem Fleische ansetzt, schwächt die Kräfte des Geistes. Verachtest du nicht diese verderblichen Fleischgerichte? – Man kann schwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten...erfreut.“

 

(wird fortgesetzt)

 

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Im Inneren von Schloß Puivert, Hier begann das Troubadorwesen unter Leitung der katharischen Eingeweihten Esclarmonde de Foix

 

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Lichtphänomen auf Montsegur am 21. Juni (Sommersonnenwende)

 

Montsegur

Montségur – Leuchtturm des Katharismus, Burg der Wissenden und Bollwerk der Reinen im Meer des römisch-päpstlichen Schmutzes und der dialektischen Versunkenheit. In deinen Mauern hast du die Kinder des ewigen, unerschaffenen Lichtes beherbergt. Über vierzig Jahre lang schwangen deine Mauern in der lichten Vibration eines Brennpunktes aus göttlicher Strahlung und gnostischer Offenbarung. Du warst Zeuge der Heiligen Dienste der Reinen, ihrer täglichen Arbeit im Geiste der Liebe und Demut, warst Zeuge ihrer Weisheit und ihres Herzensglaubens. Diese Kinder des Lichts – du hast sie aufgenommen, ihnen Heimstatt geschenkt und sie nach besten Kräften beschützt.

Du bist der „weiseste“ aller von Menschenhand errichteten Bauten in Europa, denn urewige Philosophie und ursprüngliche Religion frei von jeglichem Dogma und absolutistischen Ansprüchen fanden unter deinem Dache eine Heimat.

Deine mächtigen Quadern haben vor Schmerz gezittert als du sahst, welch grausames Schicksal das päpstliche Kreuzfahrerheer für jene bereithielt, die ihrem Glauben nicht abschworen. Du hast das frohe Singen der Frauen, Männer und Kinder gehört, mit dem sie sich unerschrocken in die Flammen des riesigen Scheiterhaufens stürzten, den die Inquisition zu deinen Füßen aufschichten ließ, und du hast das lodernde Feuer und den beißenden Rauch aus Holz und verbrannten Menschenleibern geschmeckt, der dich am 16. März 1244 umhüllte und dann fort gen Himmel stieg.

Du hast den Bekennermut und die Todesverachtung der Katharer tief bewundert, jedoch wussten jene, dass sie nichts Wesentliches mehr zu verlieren hatten als nur noch das vergängliche Kleid dieser Natur. Ihre unsterblichen Seelen hast du berührt und gesehen, wie sie mit dem ewigen Hochzeitskleid gewandet aufgefahren sind in die ewige Gralsburg.

Nun, da man dich wiederentdeckt hat, ist deine siebenhundert Jahre währende Trauer gewichen. Trotz der vielen unachtsamen und wenig ehrfurchtsvollen Touristen, die dich im Sommer täglich belagern und gedankenlos auf dir herum klettern, bist du wieder frohen Mutes, denn nie vergaßest du die Prophezeiung, die damals an deinem Fuße ausgesprochen wurde: „Aber nach 700 Jahren wird der Lorbeer wieder ergrünen auf der Asche der Märtyrer.“

Du hast sie gesehen, die sieben Männer, die im Angesicht deiner wissenden Mauern 700 Jahre danach ein neues Licht entzündeten, ein Licht, das verbunden mit dem alten, wieder zu einem mächtigen Feuer werden kann und das für all jene strahlt, die danach verlangen.

Diese neue Lichtkraft hat den uralten Samen zum Keimen gebracht und ein zartes Pflänzchen entstehen lassen.

Die Wurzeln dieses knospenden Pflänzleins sind auf deinem Acker geboren!

Lux Lucet in Tenebris

...und das Licht scheint in die Finsternis.

 

 

Die Inquisition und ihre Henker

Jesus wurde dreimal gekreuzigt: einmal von den Juden, dann von seinen Biographen und schließlich von den Christen selbst. Er hatte nie bösartigere Feinde als die letzteren.“                                      (Multatuli)

 

Die Inquisition der römisch-katholischen Kirche gibt es noch immer. Eine wirklich gute Nachricht in diesem Zusammenhang gibt es nicht. Dass sie sich umbenannt hat, dass sie sich ein moderat klingendes Namensmäntelchen umgehängt hat, ist das Einzige, was sich prinzipiell geändert hat. Denn diese Geheimwaffe zur Unterdrückung und/oder Ausrottung all derer, die das luftabschnürende Glaubenskorsett der römischen Kirche ablehnten – diese grausame Waffe zur Liquidation aller Nichtangepassten, lebt nach wie vor.

Zwar hat sich die heutige Inquisition von ihren mit dem Blute der Ketzer getränkten Talaren getrennt – übrigens nicht aus Einsicht in ihr Unrecht, sondern weil ihr heute die machtpolitischen Mittel damaliger Zeit nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stehen – aber sie atmet nach wie vor in demselben alten Geist, wenn auch die Verpackung der Jetztzeit angepasst ist.

Dieser Geist der Inquisition lebt mitten unter uns, denn die regionalen Inquisitoren sind immer präsent, sei es im Kindergarten, in der Schule, bei der Jugendarbeit, in den Printmedien und im Fernsehen: die sogenannten „Sektenbeauftragten“ der Kirchen, vom Steuerzahler zwangsfinanziert, wie ehedem.

Diese Kirche, die selbst Sekte war, ehe sie sich durch brutalste Machtpolitik den Weg zur Staatsreligion erkämpfte, kaum das die Christenverfolgungen unter Konstantin beendet worden waren, sie und ihre modernen Inquisitoren beherrschen noch immer virtuos das gesamte Repertoire der Verächtlichmachungen, Warnungen, Verfälschungen und Halbwahrheiten der Vergangenheit, wenn es gilt, unliebsame Menschen oder Vereinigungen zu diskreditieren. Denn für die modernen Inquisitoren der christlichen Kirchen ist noch immer ein Satz des größenwahnsinnigen Benedetto Caetani, alias Papst Bonitatius VIII. aus dem Jahre 1302 das granitene Fundament ihres fanatischen Eifers. In seiner Bulle ‚Unam Sanctam’ verkündete er der Christenheit: „Wir erklären, sprechen es aus und definieren es, dass es jeglichem menschlichen Wesen vollständig heilsnotwendig ist, dem römischen Pontifex zu unterstehen.“

Auch das Massaker von Beziers im Juni 1209 mit ca. 50000 Ermordeten in nur einer einzigen Nacht, sowie die Verbrennung der 205 Katharer am 16. März 1244 am Fuße des Montsegur stehen symbolisch für den offenen Kampf der Inquisition gegen allen ‚Fremdglauben’, um ihn im Sinne eines aggressiven, vor nichts haltmachenden Klerus in die Knie zu zwingen und um deren Anhänger zu Sklaven einer von eigenen Gnaden zur alleinseligmachenden Kirche hochstilisierten Glaubensform und seiner Verwalter zu deklassieren. (Kurzvideo hier: http://www.youtube.com/watch?v=FHrzz-owOWI&feature=relmfu )

Mit Feuer und Schwert, in die Hand gedrückt von einem fremden, römischen, die Alleinherrschaft über das Universum sich anmaßenden Papst, kommt die Nächstenliebe über die Europäer, um sie im Namen einer Erlösung von einer in Jahrtausenden gewachsenen Kultur und Spiritualität und bei Widerstand vom eigenen Leben zu befreien.

Seit Priscillians Feuertod und der 782 begonnenen gewaltsamen Sachsenbekehrung Karls des Franken, über die Kreuzzüge und die Katharerverfolgungen, dem Inquisitionsterror und den von einer psychopathischen Mörderbande wohlorganisierten Hexenverbrennungen, führt der Leidensweg eines Kontinents, der um „Christi Willen“ von einem krankhaft fanatisierten Haufen geschunden, dezimiert und spirituell entwurzelt werden sollte. Dieser Leidensweg kostete allein in Europa etwa sieben Millionen Menschen das Leben!

Wurden in alter Zeit katharische Heiligtümer mutwillig zertrümmert, um einem machtpolitisch verbrämten, äußerlichen Christentum Platz zu verschaffen, so hat sich im Treiben dieser Menschheitsbeglücker bis heute nichts geändert. Christliche Würdenträger, ob katholisch oder evangelisch, stehen an vorderster Front, gemeinsam mit anderen, internationalen Heilsbringern, deren Ideen wohl derselben „auserwählten“ Wurzel entsprungen sind, wenn es darum geht, der geistigen und spirituellen Umpolung zum lange erträumten Ziel zu verhelfen. Ein gewaltiger Strom von Blut wälzt sich erwiesenermaßen durch die Geschichte derer, auf deren Panier angeblich das Gebot: „Du sollst nicht töten“ und die christliche Nächstenliebe strahlen.

Frage: Wie lebt es sich mit einer Kirche, die zum Massenmord, zu Unduldsamkeit und Hass gegenüber Andersgläubigen angestiftet hat und die ganzen Völkerscharen aufgezwungen wurde?

Als um das Jahr 1240 an einem einzigen Tag 189 lodernde Scheiterhaufen in der Champagne brannten und 400 gleiche Ketzerfeuer in Verona, verkündete der Inquisitor/Sektenbeauftragte in Reims, sich auf die katharischen Gnostiker beziehend:

Sie seien verflucht bei Tag und bei Nacht, mögen ihre Füße ihnen den Dienst versagen. Sie sollen begraben werden unter Hunden und Eseln, die Wölfe sollen sie in Stücke reißen!“

Die heutigen Sektenbeauftragten würden sich gewiss eines differenzierteren Wortgebrauchs befleißigen, es etwas ziviler verpacken und es moderater ausdrücken, aber der Hass auf alle Abweichler und die Angst, deren Lehren könnten wahr sein, ist die gleiche geblieben wie ehedem. – Gott ist Liebe! – Welchen Gott bekennen die christlichen Kirchen? Welchen Gott bekennt jene Kirche, die den Chef aller Inquisitoren und Sektenbeauftragten im April 2005 in ihr höchstes Amt wählte? – Wie wird sich nun Papst Franziskus zum Thema äußern, nachdem er den neuen Hardliner im Inquisitionspalast zum Kardinal ernannt hat?

 

(wird fortgesetzt)

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Das Kreuz von Bouan, letzter Sitz eines Katharerbischofs bis 1321 (Pierre Authier)

 

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Katharerkreuz auf dem Friedhof von Ussat-Sabarth aus jüngster Vergangenheit.

 

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Diese Website über die Katharer widme ich den Katharerforschern; Deodat Roché, gest. 12. Jan. 1978 in seinem 101. Lebensjahr, Jean Duvernoy, der am 20. August 2010 verstorben ist, René Nelli, gest. 11. März 1982 und Anne Brennon. Danke für Ihr Vermächtnis!

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Wir freuen uns über Mails, Briefe, Kommentare und Kritiken...herzlichen Dank für Ihre Mühe!

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7-Tage-Tour ins Land der Katharer Pfingstferien 2017

 

 Die Katharertour - Pfingsten 2017 findet vom 08. Juni – 14. Juni  2017 statt.  Nähere Infos: le.cathare@teleos-web.de

Tag 1

Besichtigung Monument Galaad in Ussat-les-Bains mit ausf. Erläuterungen. Anschließend Besichtigung der katharischen Einweihungsgrotte Bethlehem. In der Nähe die Spoulga von Bouan, der letzte Sitz eines Katharer-Bischofs in der Ariege bis ca. 1302.

 

Tag 2

Fahrt zur Burg Montsegur. Einstimmungsvortrag am Gedenkstein der hier verbrannten 225 Katharer. Möglichkeit zur Besteigung der Burg in 1224m Höhe. Sehr steiler Pfad! Im Ort Besuch des Katharer-Museums und bei Lunch/Kaffee Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Entweder heute Abend oder an einem der nächsten Abende, Video: „Die Katharer – Legenden und Geheimnisse“ Deutsche Fassung.

 

Tag 3

 

Vormittags Fahrt und Besichtigung der Burgen von Foix und Puivert. Beide waren Wirkstätten der katharischen Eingeweihten und Landesfürstin, Esclarmonde der Foix. Nachmittags Besuch der Eglise von Ussat mit Chapelle, Küche, Salle des Chaos.

 

Tag 4

 

Vormittags zur freien Verfügung, ab 13 Uhr Erläuterungen zur Grotte Lombrives, anschließ. Besuch der Grotte mit einheimischer Führung. Sie ist die größte Grotte Europas mit bis zu 108m hohen Sälen und diente den Katharern, besonders nach dem Fall von Montsegur, lange Zeit als Refugium.

 

Tag 5

 

Besuch der Grotte Eremit (L’Ermite) im Montagne Sacre in Ussat. Diese Führung findet nur bei gutem Wetter statt weil gefährlich bei Regen! Die Eremit ist Einweihungszentrum der Katharer der sog. 3. Ansicht gewesen und diente im 18. Jahrh. einem Eremiten als Wohnstätte. Sie birgt sensationelle Tropfsteinformationen die ohne exakte Pläne nicht zu finden sind. Die Tour ist beschwerlich und nicht für jedermann geeignet.. Es gibt einen steilen Schacht der in einer Balkonaussicht mündet, von der aus das Tal der Ariége aus 500m Höhe zu besichtigen ist.

 

Tag 6

 

Fahrt und Besichtigung der Katharerburgen von Queribus und Peyrepertuse. Rückfahrt durch das occitanische Weinbaugebiet um Saint Paul de Fenoillet. Besuch des Katharermuseums des letzten katharischen Großmeisters, Antonin Gadal (+1962).

 

Tag 7

 

Fahrt ins Tal von Vicdessos mit den Dolmen von Sem und Lapége. Templerschloss von Miglos und die Ruine von Montrealp-de-Sos. Besichtigung der „schwarzen Madonna von Sabarth“, Gralsgemälde in der Burgruine von Montrealp de Sos.

 

Aktualisierte Anmerkungen:

 

Bringen Sie bitte Bettbezug, Kissenbezug, stabiles Schuhwerk, warme Kleidung, Regenjacke, Taschenlampen mit Extrabatterien und –lampen, Trinkgefäße mit. In den Grotten ist es empfindlich kühl, etwa 13 Grad+. Für alle Grotten, Burgen und Sehenswürdigkeiten haben wir aktuelle Pläne, interessante Texte und ausführliche Beschreibungen.

 

In unserer Unterkunft, schlicht und sauber, mit eingerichteter Küche, Bad, Fernseher und Kühlschränken haben Sie die Möglichkeit, Mahlzeiten zuzubereiten, im Essensraum oder auf der Veranda zu speisen. In der Nähe können Sie einkaufen. Es hat sich gezeigt, dass es für die Teilnehmer von Vorteil ist, aus einer gemeinsamen Essenskasse einzukaufen und jeden Teilnehmer einmal für die Küche einzuteilen. So haben wir auch fast immer zusammen gegessen. Der Preis für Ihre Übernachtung in der Unterkunft beträgt ohne Anreise und ohne Mahlzeiten/Verpflegung, aber mit Nutzung der Einrichtungen ca. 19.- Euro pro Tag. Buchen können Sie die Unterkunft ausschließlich selbst im eigenen Namen.

 

Die vorgestellten Ziele sind nicht dogmatisch festgelegt, sie können auf Wunsch der Gruppe geändert, erweitert oder getauscht werden. Der Preis für die „7-Tage-Tour ins Land der Katharer 2017“ beinhaltet ab Startort Ussat-Les-Bains alle Führungen. Eintrittsgelder und Benzinkosten während der Tour – ca. 90.-€ -  sind nicht im Preis enthalten und von Ihnen selbst zu tragen. Für eventuelle Lunchpakete und Getränke während der Tour bitte selbst sorgen. Weitere Details wie der konkrete Preis, Sonderwünsche zu Besichtigungen beantworten wir gern unter: le.cathare@teleos-web.de

Ihre eigenen Reisekosten, Mautgebühren, eventuelle Ubernachtungen unterwegs und die Verpflegung vor Ort sind nicht Bestandteil des Angebots der Katharertour 2017 und von Ihnen selbst zu tragen.

 

Seit 33 Jahren ist das Katharerland uns zur zweiten und auch zur spirituellen Heimat geworden und wir sind fast jedes Jahr längere Zeit vor Ort. Aus diesen Fakten mögen Sie ersehen, dass wir uns hier auf bekannten Pfaden bewegen. Die letzte Tour ist am 25. Mai 2016 erfolgreich zu Ende gegangen.

P.S.: In der Grotte Lombrives, in der Eglise von Ussat und in der Grotte Eremite hat mein Freund, der vor Ort wohnt, auf der Panflöte wunderbare Melodien aus der Katharerzeit gespielt, weitere historische Hinweise zu den Katharern gegeben und uns zeitweise auf der Tour begleitet. Merci Christian! Er wird das auf der kommenden Tour wieder tun!

 

Herzliche Grüße an Sie

 

Reiner Klein

buchtitel2 3. Auflage, Mai 2016

 

 

Zu guter Letzt, die inoffizielle Hymne von Occitanien, dem Land der Katharer: http://www.youtube.com/watch?v=2pvc8Pj1Wi8&feature=relmfu

Wir alle sind auf dem Weg. Möge dieser Weg zu einem guten Ende führen.

Herzliche Grüße an Sie! Ihr Reiner Klein     

Telefon Büro und Privat:
0177-4107127

Mail: le.cathare@teleos-web.de


Letzte Aktualisierung:  20. August 2016

 

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32257 Bünde, den 01. Januar 2016

 

Reiner Klein